Trauer & Spiritualität

Wenn verrückt eigentlich normal ist

„Ich hab Angst, verrückt zu werden.“ Viele Trauernde erleben nach dem Tod eines lieben Menschen Kontakte zu den Verstorbenen, Zeichen aus der anderen Welt, unerklärliche Begegnungen und Zufälle, die keine sein können. Es geschieht einfach so und irgendwie tröstet es. Aber es macht auch Angst, weil es in unserer bisherigen Welt keinen Platz hatte. Angst davor, verrückt zu werden.

Dass die Zeichen und Begegnungen mit Julian für mich echt waren, daran hatte ich schon keine Zweifel mehr, als ich anfing, auch anderen Wesen aus der geistigen Welt zu begegnen. Als auch die Natur anfing, mit mir zu sprechen. Vielleicht habe ich einfach nur wieder angefangen zuzuhören.

Ich kam mir vor wie Alice im Wunderland. Die Katze, die auf mich wartete und mit mir sprach. Worte, die einfach in meinem Kopf erschienen. Der Baum, der jedes Mal eine Botschaft für mich bereit hielt. Krafttiere, die an meiner Seite waren mit einer Liebe und Weisheit zugleich, die mich zeitweise völlig überforderte. Längst vergessene Ahnen, die den Kontakt zu mir suchten. Energie, die ich wahrnahm, und Bilder, die ich bekam. Für mich und für andere Menschen.

Lange Zeit traute ich mich kaum darüber zu sprechen. Lange Zeit wiederholte ich immer wieder den Satz „Es ist so verrückt“.

Es war verrückt. Ich war ver-rückt. Und irgendwann verstand ich, dass es genau darin so normal ist. Dass das mein Leben ist. Dass ich es ernst nehmen möchte. Dass ich aufhören möchte, mich über diesen Satz davon zu distanzieren. Wie als würde ich mal eben durch eine kleine verrückte Phase meines Lebens gehen, die auch wieder vergehen würde. Wie als wäre ich in einem Film, der nichts mit der echten Realität zu tun hat. Als wäre es nicht wahr, nur weil ich es nicht anfassen konnte. Weil vielleicht jemand anderes sagen würde, dass es Quatsch ist.

Und so stehe ich heute ständig im Kontakt mit meinen geistigen Helfen und Begleitern. Suche ich immer wieder bewusst die Verbindung mit allem. Ich wüsste gar nicht mehr, wie es anders gehen sollte. Wie ich anders leben konnte. Weil es eben so normal ist.

Ich wünsche mir, dass wir auch ganz normal darüber sprechen. So wie wir über andere Erlebnisse, Fähigkeiten und Wahrnehmungen sprechen. Wir müssen das nicht zur Sensation erheben. Es braucht gar keine großen Namen. Es ist einfach ein Teil unseres menschlichen Erfahrungshorizonts. Einer, den wir hier in unserer Kultur aus verschiedenen Gründen verleugnet und unterdrückt haben. Ich finde, das darf sich jetzt wieder ändern. Mein Gefühl sagt, dass es sogar höchste Zeit ist. Und dann geht es nicht mehr „nur“ darum, die eigene Trauer zu leben, die eigenen Herausforderungen zu meistern, sondern in dieser Verbundenheit mit allem, was ist, ein neues Miteinander zu finden. Ein Miteinander auch mit der Erde, die all das (er)trägt. Ein Miteinander, das auf Liebe basiert, weil es sowieso nichts anderes gibt.

Was meinst du, wäre das ein Weg?

Foto: Pixabay

   

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Zwischen den Welten - Silke Szymura Ein Teil von mir - Silke Szymura

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5 Comments

  • Reply Anja Pacher 30. März 2019 at 9:15

    Liebe Silke,
    mein Mann hat sich vor drei Jahren, nicht ganz unerwartet, das Leben genommen. Auch ich habe sehr viele Zeichen bekommen. Alle waren sehr tröstlich, auch wenn mein Kopf mir am Anfang einreden wollte, das es meine überbordene Phantasie ist, mein Wunschdenken.
    Auch wenn man sich dem „spirituellen“ vielleicht noch nicht so öffnen kann, finde ich es eine Möglichkeit so zu tun als ob. Den Betrachtungswinkel verändern und zu denken, was wäre wenn es wirklich so wäre?
    In diesem Moment merkte ich, dass es mir gut ging mit den noch unvertrauten Gedanken daran, das es noch mehr gibt. Wenn ich dem Kopf zuhörte, ging es mir schlecht und die Trauer überrollte mich.
    Die geistige Welt möchte immer, das es uns gut geht.
    Das was wir meinen zu sein, ist sterblich; aber die Essenz dessen was wir in Wahrheit sind,nämlich bedingungslose LIEBE ist unsterblich.

    • Reply Silke 30. März 2019 at 11:28

      Ohja. Die geistige Welt möchte immer, dass es uns gut geht. Wie wahr. Danke dir für deinen Kommentar!

  • Reply Marina Kaiser 7. April 2019 at 2:17

    Liebe Silke,
    auch ich finde immer wieder Zeichen, die mir zeigen, dass meine Lieben und ganz besonders gerade jetzt mein Mann, der vor 7 Wochen in die jenseitige Welt gegangen ist, mir nahe sind.
    Es tut so weh, ihn nicht mehr umarmen zu können, nicht zu wissen, wie er die Stunden seines letzten Tages, die zum Teil mit heftigen Atemnöten einher gingen erlebt hat… Oft rede ich mit ihm und glaube wahrzunehmen, wie er mir sagt, dass er in diesen schlimm erscheinenden Atem-Situationen schon außerhalb seines Körpers war.
    Es wäre so wertvoll für mich, wenn ich noch einmal „in echt“ mit ihm reden könnte und über all das mit ihm sprechen könnte, was mich jetzt so bewegt (wie wir es immer getan haben) , um zu wissen, ob es ihm jetzt wirklich mit allem gut geht – so wie ich es in den inneren Gesprächen meine wahrzunehmen.
    Es ist für mich jetzt auch eine Zeit, in der ich mehr denn je zwischen den Welten, den Ebenen, den Zeiten wandere…. Deshalb hat mich deine Seite angezogen .
    Danke dafür, dass du den Gefühlen hier Raum gibst und von dir so viel zeigst.
    Von Herzen grüßt dich Marina

  • Reply Roland 12. April 2019 at 11:01

    Meine Freundin, mit der ich 7 der schönsten Jahre meines Lebens verbringe durfte verstarb am Valentinstag vor drei Jahren. Am Todestag wollte ich zu ihr ins Hospiz fahren, welches 20 KM entfernt lag. Gegen Mittag wurde mir übel, ich bekam schlecht Luft hatte Krämpfe im Körper. Plötzlich sah ich ihr Gesicht vor mir, wie das Bild von Munk „der Schrei“. Daraufhin wurde mir unheimlich schwindlig und ich verliess kurzzeitig meinen Körper unter ohrenbetäubenden Geräuschen. Ich wurde wie von einem Sog in eine Spirale gezogen, sah Lichter und Sterne. Als ich wieder zu mir kam lag ich auf meinen Bett und ein Anruf kam. Ihre Schwester teilte mir mit, Brigitte sei vor wenigen Minuten verstorben an Blutungen in der Lunge. Sie hatte Krebs. Wir waren ein Künstlerpaar und malten zusammen. Ich brach erstmal zusammen und war nicht mehr in der Lage ins Hospiz zu fahren. Plötzlich überkam mich eine sonderbare Ruhe. Ich malte an diesem Nachmittag zwei Bilder, als wenn eine Hand mich führte. In den drei Jahren bis heute hatte ich unzählige Phänomene erleben dürfen und Träume in denen sie da war und mit mir sprach. Öffnet Eure Herzen und Euer Bewusstsein, wir werden beschützt und geführt von unseren Lieben……

  • Reply Katja Schmiederer 12. April 2019 at 15:50

    Liebe Silke,
    ja die Krafttiere, die in verschiedener Gestalt erscheinen. Bei der Beisetzung meiner geliebten Frau im Friedwald vor eibenhalb Jahren saß ein kleines Rotkehlchen im Baum und am Ende der Zeremonie zwitscherte es ein kleines, eher fröhliches Lied. Seither begleitet es mich ebenso wie das Reh, das ich bei einer Krafttierreise entdecken durfte. Herzliche Grüße aus Oldenburg Katja

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