Trauer & Spiritualität

Träume – Botschaften der Seele

Ich habe schon immer viel geträumt. Bis heute erinnere ich mich an einige besondere Träume aus meiner Kindheit, die mir wie echte Erinnerungen vorkommen. Schwebend über den Sofas im Wohnzimmer, fallend in bodenlose Abgründe. Und die Begegnung mit meinem Opa nach seinem Tod, die mich so tief beruhigt hat.

Manches Mal schon habe ich über meine Träume Informationen und Zusammenhänge erhalten, die für mein Leben von Bedeutung waren. Das war nicht immer nur positiv. Zwischenzeitlich glaubte ich, dass wenn ich nur meinen Träumen und Visionen folge, dann kann mir nichts Böses oder Schmerzhaftes mehr geschehen. Dann ist alles leicht und frei. Dann finde und lebe ich meine Bestimmung, umgeben von Menschen, die mir gut tun. Und es stimmt. Der Weg ist nur nicht immer so wie ich ihn meine planen zu können oder wie er aus meiner Sicht sein sollte.

Langsam begreife ich, dass meine Träume Botschaften meiner Seele oder des großen Ganzen beinhalten, die mich hin zu Erfahrungen führen, die wiederum für mich in diesem Leben wichtig sind. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie mir immer gefallen.

Durch Julians Tod habe ich begonnen, meinen Träumen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dort gab es einen Raum, in dem ich Julian begegnen und große Fragen, die zwischen uns offen geblieben waren, klären und in Frieden bringen konnte. Ich begriff, dass es Träume gibt, in denen ich verarbeite und einordne. Und es gibt Träume, die wie Reisen meiner Seele zu anderen Orten und Dimensionen sind. Träume, die ein Tor in andere Welten öffnen.

Später, als ich mich in meinen Therapeuten verliebte, waren es auch meine Träume, die mich ermutigten, es zuzulassen, obwohl es doch so falsch erschien. Ich vertraute dem, was ich in Träumen und Visionen sah und als Botschaften empfing. Und wurde bitter enttäuscht, tief verletzt. Ich durchlebte eine erneut tiefe Krise.

War es dumm und naiv gewesen, meinen Träumen so zu vertrauen?

Wenn ich jetzt darauf schaue, dann sehe ich, dass diese Erfahrung wichtig war. Auf so vielen Ebenen. Für dieses Leben und für Wunden aus früheren Leben, meinen und denen meiner Ahninnen. Ich begreife, dass meine Seele genau diese Erfahrung machen wollte, mich sanft und bestimmt in diese Richtung schob. Es war so schmerzhaft, dass ich es zwischendurch fast nicht ertragen konnte. Ich konnte nicht glauben, dass meine Träume und die geistige Welt mich in diesen Schmerz hatten hineinlaufen lassen. Einfach so. War ich bloß zu blind gewesen und hatte sämtliche Botschaften falsch interpretiert?

Nein. Ich hatte bloß diese Erfahrung machen müssen. Weil immer eins zum anderen führt und das Leben sich wie so oft erst rückblickend begreifen lässt. Die Geschichte schreibt sich mit jedem Tag auch rückwärts neu.

Es ist schon sehr besonders, das Leben hier auf der Erde als Mensch. Wenn ich mir die „spirituelle Szene“ so anschaue, dann könnte man meinen es ginge darum, möglichst unbeschadet, erhaben und leicht über dem Leben zu schweben. Und genau das wäre ja nur auch wieder eine mögliche Erfahrung, die man eben hier als Seele machen könnte. Und doch haben wir als Menschen auch die Gelegenheit, all die nicht-schwebenden und auch schweren Erfahrungen zu machen. Das Leben ist weder immer leicht noch immer schwer. Das Leben ist einfach das Leben, so wie wir es erfahren. Jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.

Und wenn es gerade so schwer erscheint, dann kann das Leben uns auch wieder aufs Neue überraschen. Dann darf es eben auch wieder so unfassbar leicht sein. Einfach so, weil es jetzt dran ist. Auch das haben meine Träume mir verraten. Auch dahin haben sie mich geführt. Von einer Erfahrung in die nächste. Von meinem Zusammenbruch im Januar wusste ich bereits im November, auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte. Auch von dem Mann, dieser Liebe haben sie mir bereits vor Monaten erzählt.

Träume. Für mich sind sie noch immer ein Mysterium. Seit einem Jahr nun schreibe ich sie jeden Morgen auf, teile sie in einem ganz besonderen Traumraum mit einer anderen Träumerin. Und sie werden immer lebendiger. Immer klarer inmitten aller Unklarheit. Ich lerne zu verstehen, welcher Sprache sich meine Träume bedienen, um ihre Botschaften zu mir zu bringen. Eine ganz eigene Symbolsprache. Reisen nach Indien zum Beispiel, die bedeuten immer tief greifende Veränderung in meinem Leben. Gerade vor ein paar Tagen war ich im Traum auf dem Weg dorthin.

Es ist wie ein Gespräch in einer Sprache, die ich noch immer lernen darf. Vielleicht mein Leben lang. Wie ein Tanz mit meiner Seele, der sich immer wieder neu erfindet. Wie eine Einladung, mich immer wieder auf das Leben einzulassen. Wie eine Erinnerung, ein Versprechen, dass ich den Weg nicht alleine gehe, auch wenn er zwischendurch schwer sein mag.

 

Jetzt interessiert es mich, wie du deine Träume erlebst. Erinnerst du dich häufig an sie? Gibst du ihnen Aufmerksamkeit? Was sagen sie dir?

 

   
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1 Comment

  • Reply Claudia Remsing 16. Juli 2020 at 12:35

    Liebe Silke,
    Danke für deinen schönen Blog. Ich schreibe selbst zum Thema „unerfüllter Kinderwunsch“ auch hier geht es immer wieder um Trauer, Fehlgeburten und Sternenkinder. Viele Paare müssen leider viel trauern auf ihrem Weg.

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