Alle reden über Trauer 2017

SeelenSport – Verarbeite deine Trauer durch Bewegung!

Katy berichtet von ihrem sportlichen Weg, mit ihrem Schicksalsschlag umzugehen:


Seelensport - KatyHi, mein Name ist Katy!

Wenn du es bis zu diesem Text geschafft hast, dann scheint das Thema Trauer dir womöglich schon intensiver in deinem Leben begegnet zu sein. Das tut mir sehr leid, trotzdem freue ich mich dich hier begrüßen zu dürfen. Heute sprechen wir über Trauer, ein Thema, das viel zu selten angesprochen wird! Aber auch über Verarbeitung! Ich zeige dir hier meinen Weg und wie auch du davon profitieren kannst!

Die Filmfigur Rocky Balboa sagte einst:

 

„Du und ich – und auch sonst keiner – kann so hart zuschlagen wie das Leben! Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann … Es zählt bloß, wieviele Schläge man einstecken kann und ob man trotzdem weitermacht.“

Trauer trifft uns alle im Leben irgendwann, manche öfter und härter als andere, dennoch bleibt niemand ganz verschont. Eine Sache, die wir Menschen also alle gemein haben, so wie auch die Fröhlichkeit und Glückseligkeit. Über letzteres wird überall gesprochen und lauthals gelacht. Die Traurigkeit aber bleibt verstummt, still, allein im Dunkeln und als etwas Bedrohliches empfunden. Kaum einer möchte darüber sprechen, kaum einer weiß wie damit umzugehen, obwohl sie doch
eigentlich das Natürlichste im Leben darstellt, denn Sterben müssen wir alle irgendwann. Heute darf und wird gesprochen und zwar ganz laut! In meinem noch sehr jungen Leben stand ich selbst schon oft im imaginären Boxring und bekam die harten Schläge des Lebens zu spüren. Einer dieser Schläge brachte beinahe das K.O. mit sich. Ich konnte bereits die Stimme des Ringrichters hören, wie sie schon die 9 laut ansagte. Doch ich stand wieder auf und machte weiter. Hier meine Geschichte und die Möglichkeit einer Verarbeitung, die auch dir helfen kann:

Es war der 13. September 2013, ein Freitag Abend, als ich eine Party bei mir zu Hause veranstaltete. Auch meine 21 jährige Schwester Larissa kam mit ihrem neuen Freund dazu. Ich begegnete ihm erstmals, sie kannten sich knapp einen Monat. Die Feier war ausgelassen und endete mit einigen Lokalbesuchen in der Stadt. Nachdem mich am nächsten Morgen ihr Freund darüber informierte, dass sie mitten in der Nacht wortlos seine Wohnung verlassen habe und niemand sie erreichen konnte, begann eine große Suchaktion nach ihr. Beinahe zwei Wochen suchte ganz Tirol und Österreich nach meiner Schwester. Durch einen Fehler des Freundes kam schließlich heraus, dass dieser sie in der besagten Nacht erwürgte und ihren Körper anschließend im Inn entsorgte. MORD. Ein Begriff, der uns in Österreich und Deutschland nur aus Büchern, Filmen und ab und an in den Medien begegnet. Eine Tat, die wir nicht einmal in unseren schlimmsten Träumen vorstellen können, wurde plötzlich Realität. Der Täter bekam 20 Jahre mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Sie war neben meinen anderen zwei Schwestern der wichtigste Mensch in meinem Leben!

Wenn ich ein Wort für sie auswählen müsste, dann würde ich Lachen nehmen. Dieser besondere Mensch, meine Schwester, hat so unfassbar viel Lebensfreude ausgestrahlt und mit vollstem Herzen das Leben geliebt und auch gelebt.

Ein Schlag, der mich und meine Familie zu Boden riss und in ein Loch von Wut, Trauer, offenen Fragen, Schmerz und schreckliches Leid warf. Jeder reagierte anders, jeder verarbeitete anders. Viel Zeit, Verständnis und Therapie benötigten wir, um wieder zueinander zu finden und glückliche Momente spüren zu können. Dir kommt das sicher bekannt vor, du weißt wie hart der Weg zurück ins Leben sein kann und wieviel Kraft es hierfür braucht. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist immer schmerzvoll, wenn dies jedoch durch einen anderen Menschen anhand einer Gewalttat geschieht, entwickeln sich zusätzlich noch Hass, Wut und eine verdammt große Angst, die einen innerlich regelrecht zerfleischen.

Damit dies aber nicht passierte und ich auch nicht gegen andere Menschen und vor allem Männer gewalttätig vorging, fand ich einen außergewöhnlichen Weg diese Gefühle raus zu lassen, ohne mir zu schaden, sondern vielmehr noch meine Trauer und meine Wut damit zu verarbeiten.

Ich begann mit einem gefühlsorientierten Körpergewichttraining im Freien, oder wie ich es nun bezeichne SEELENSPORT:

Das Jahr zuvor hatte ich einen Kreuzbandriss, der operiert wurde. Nach dem Tod meiner Schwester interessierte mich die Heilung meines Beines zunächst nicht mehr. Ich ließ mich gehen, trank viel Alkohol und ernährte mich dementsprechend ungesund. Neben meiner Trauer war ich stetig mehr genervt von den Knieschmerzen, ärgerte mich darüber nicht mehr ordentlich gehen und laufen zu können und fühlte mich aggressiv gegen meine Außenwelt. Der Gedanke an meine sportliche, lebensfrohe Schwester und anhand einiger Schlüsselmomente wurde mir mehr und mehr bewusst, dass nur ich etwas an der Situation ändern kann, um diese Trauer, die Wut und den Hass loszuwerden.

Weil ich meine Gefühle kaum unter Kontrolle hatte und ich mich von den Menschen in den Fitnessstudios erdrückt fühlte, beschloss ich draußen zu trainieren. Über eine App fand ich ein paar Übungen, die mir als angemessen erschienen und mir einen Plan vorgaben. Bereits nach wenigen Wochen spürte ich nicht nur eine Verbesserung meiner körperlichen Belastungen, sondern vielmehr noch meiner seelischen. Über den Sport und die Bewegung gelang es mir meine Gefühle und meinen Schmerz nach außen zu transportieren und meine Trauer ein Stück weit zu verarbeiten. Meine körperliche Veränderung äußerte sich nicht nur über neu gewonnene Muskeln, sondern entwickelte ich anhand der resultierenden Haltung zusätzlich ein Gefühl von Stärke und Kraft in mir, wie ich es zuvor noch nie spürte. Weil ich über meinen persönlichen Erfolg derart glücklich war, begann ich mich mit sportlichen Aktivitäten und ihrer Wirkungsweise auf die Seele zu beschäftigen. Ebenso setzte ich mich mit der Thematik der Ernährung auseinander, weil mein Körper durch diesen seelischen Schlag viele Lebensmittel nicht mehr gut vertragen konnte. Ich entwickelte eine für mich passende Ernährung, die mich glücklich und gesund gleichermaßen machte.

Unser Körper trauert mit uns, nicht nur unsere Seele!

Dies zeigt sich im Entstehen von Entzündungen, einem ansteigenden Cortisolspiegel, diversen Allergien, Verspannungen und anderen Einschränkungen. Dagegen können wir etwas tun! Ich zeige dir, wie wir dieses trauernde Herz unterstützen und stärken können und achtsam mit ihm umgehen!

Am Tag der Verhandlung, im Juni 2014 schrieb ich in mein sogenanntes Larissa-Buch, das ich für den Dialog mit ihr verwendete über meine Vision:

“Ich möchte Menschen damit helfen und ihnen zeigen, dass das Leben trotz all den Schlägen schön sein kann. Ich möchte ein Vorbild sein und etwas für diese Welt tun. Meinst du ich kann das schaffen Larissa? Hilfst du mir dabei?”

SeelenSport war geboren. Mit meinem Ziel vor Augen, aber auch vielen Steinen im Weg, zog ich nach Wien und absolvierte dort die Ausbildung zur Personal-, Gesundheits- und Functionaltrainerin. Ab März werde ich zusätzlich die Ausbildung zur Trauerbegleiterin machen und mich demnächst als Trainerin in Innsbruck (Tirol) selbständig machen.

Was ich konnte, kannst auch DU schaffen!

Wenn du wissen möchtest wie du über Bewegungsabläufe und Sport deine Trauer verarbeiten kannst und dich dein Gefühlschaos manchmal überrennt, darfst du mir gerne eine Mail schreiben! Ich werde dir ein kostenloses Workout zusenden (mit dem Start meiner Website im Frühjahr), das dir den ersten Schritt zeigt, wie du deinem trauerndem Herzen helfen kannst! Gerne darfst du auch einfach Fragen stellen, die ich bestmöglich beantworten werde!

katy@seelensport.at

Wenn du Interesse daran hast und in der Nähe wohnst, darfst du mich auch sehr gerne für ein persönliches Treffen kontaktieren. Dir fehlt die Motivation selbständig an deinem Körper zu arbeiten und das Wissen worauf es zu achten gilt? Dafür bin ich dann da und werde dich stets ermutigen und gezielt anleiten. Bei mir bekommst du die Möglichkeit in einem geschützten sicheren Rahmen deine Gefühle über Bewegung raus zu lassen und für dich etwas gutes tun zu können. Denn unser Körper braucht gerade in solch einer schweren Zeit besonders viel Aufmerksamkeit und Liebe und einen Menschen, der einen versteht!

Das Haus unserer Seele ist unser Körper! Liebe und achte ihn, du hast nur den einen…

Eure Katy 🙂

   

 

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2 Comments

  • Reply Hannah 9. März 2017 at 22:19

    Ich kann so nachempfinden, was du schreibst, Katy! Es kann so gut tun, zu spüren, wieviel Kraft noch in einem drin steckt. Gerade in Zeiten, in denen man sich leer und schwach fühlt..

  • Reply Johanners 22. September 2019 at 15:35

    Ich zolle Dir einfach riesigen Respekt,Katy, für Deine Art und Weise mit so einem Schicksalsschlag umzugehen und daraus positive Hilfe für andere Menschen zu entwickeln!

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